Austrian Defence Innovation Conference 2026 – Nachschau
Die Austrian Defence Innovation Conference 2026 brachte vom 28.–30. Jänner 2026 Vertreter aus Verteidigung, Industrie, Forschung und Start-ups in Klagenfurt zusammen. Ziel der Konferenz ist es, Innovationen im Bereich Sicherheit und Verteidigung zu fördern und den Austausch zwischen militärischen Bedarfsträgern, Technologieunternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu stärken.
Die ADIC versteht sich als Plattform, um neue Technologien, Kooperationen und Ideen für Europas sicherheitspolitische Zukunft zu entwickeln.
Dr. Arnold Kammel – BMLV
Dr. Arnold Kammel betont in seiner ADIC26-Rede, dass Verteidigungsinnovation in Österreich und Europa keine Option mehr ist, sondern sicherheitspolitische Notwendigkeit und wirtschaftliche Chance zugleich. Er positioniert ADIC26 als dauerhafte Kooperationsplattform zwischen Bundesheer, Industrie, Start-ups, Forschung sowie EU-Institutionen – mit Kärnten/Klagenfurt als sichtbarem Hub. Im Zentrum steht der Aufbau technologischer und industrieller Souveränität Europas: von KI und Dateninnovation über Quantum/Photonik bis zu Robotik, Advanced Materials und kognitiver Resilienz. Über Challenges und Hackathon soll Innovation konsequent in konkrete Anwendungsfälle, Pilotierungen und europäische Konsortien (z. B. EDF/EDIS/Readiness) überführt werden – statt bei Panels stehenzubleiben. Sein klarer Appell: Netzwerke verstetigen, Transfer und innovationsfreundliche Beschaffung stärken – damit aus Ideen echte Fähigkeiten, Resilienz und europäische Handlungsfähigkeit werden.
Prof. Dr. Rafaela Kraus – Defence Education
Europa wird Verteidigungsfähigkeit nicht nur über Systeme und Budgets erhöhen, sondern über Menschen, Skills und Ausbildungsmodelle. Prof. Dr. Rafaela Kraus zeigt, dass Defence- und Sicherheitskompetenzen in Europa noch zu selten systematisch über Hochschulen, Weiterbildung und Industrie verankert sind. Sie macht deutlich: Der Engpass liegt häufig nicht in der Technologie, sondern im Transfer zwischen Forschung, Regulierung, Industrie und Anwendern. Gefragt sind neue Lernpfade – von Micro-Credentials bis zu Masterprogrammen – die schneller, praxisnäher und interoperabel gedacht sind. Defence Education wird damit zu einer strategischen Infrastruktur für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Gunnar Münt (EIB Group – Security & Defence Office) – Keynote „Financing European Security & Defence”
Skalierung braucht Kapital – und genau hier setzt die EIB Group mit klarer Priorisierung und stärkerer Ausrichtung auf Security & Defence an. Gunnar Münt erläutert, wie Finanzierungslogiken erweitert wurden, um Dual-Use-Innovationen besser möglich zu machen. Im Fokus stehen z. B. kritische Infrastrukturen, Cybersecurity sowie Schlüsseltechnologien wie AI, Quantum und UAVs. Damit wird „Policy” in konkrete Delivery übersetzt: von Projekten zu Investitionen, von Pilotierung zu Marktfähigkeit. Entscheidend bleibt: Finanzierung muss die Innovationsgeschwindigkeit erhöhen, ohne Governance und klare Ausschlusskriterien zu verwässern.
Berthold Baurek-Karlic (VENIONAIRE CAPITAL AG) – Keynote „European Defence Tech Investments”
Europas Sicherheit ist zunehmend eine Frage von Innovations- und Investitionsgeschwindigkeit. Berthold Baurek-Karlic betont, dass sich Rahmenbedingungen öffnen – aber Fragmentierung, Compliance-Komplexität und unklare Go-to-Market-Pfade Startups weiterhin bremsen. Sein Kernpunkt: Es braucht eine robuste Finanzierungsarchitektur mit Risk-Sharing, milestone-basiertem Funding und verlässlichen Übergängen von Pilot zu Adoption. Defence-Tech wird wettbewerbsfähig, wenn Kapital, Industrie und Bedarfsträger entlang derselben Roadmap handeln. Wer jetzt skaliert, stärkt nicht nur Unternehmen – sondern Europas strategische Handlungsfähigkeit.
Andreas Kugi (AIT Austrian Institute of Technology) – Keynote „RTOs als Beschleuniger”
Andreas Kugi macht klar: Klassische Innovationszyklen von vielen Jahren passen nicht mehr zur Geschwindigkeit moderner Technologien. Der Trend geht von „spin-off” zu „spin-in” – zivile Tech-Entwicklung wird schneller in sicherheitsrelevante Anwendungen überführt. Genau hier sind RTOs entscheidend: als Trusted Intermediaries, die Technologie, Sicherheit, Validierung und Nutzbarkeit zusammenbringen. Der kritische Punkt bleibt der Übergang vom Prototyp zur operativen Fähigkeit – dort entscheidet sich, ob Innovation Wirkung entfaltet. Wer Resilienz und Defence-Fähigkeiten aufbauen will, muss den Transfer „by design” organisieren: schnell, sicher, skalierbar.
Medienberichte zur ADIC 2026
Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie auch in folgenden Medienberichten:
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